Brauchtum und Rauhnächte im Ausseerland

Die Rauhnächte sind einige Nächte, bei uns werden 3-4 Nächte gepflegt, um den Jahreswechsel, denen besondere Bedeutung zugemessen wird.

Brauchtum und Rauhnächte im Ausseerland

Die Rauhnächte sind einige Nächte, bei uns werden 3-4 Nächte gepflegt, um den Jahreswechsel, denen besondere Bedeutung zugemessen wird.

Im Mittelalter wurde in erster Linie gegen ansteckende Krankheiten geräuchert. Es war üblich dass Krankenhäuser und Kirchen ausgeräuchert wurden.

Geräuchert wurde früher aus dem Glauben heraus, dass durch den Rauch die bösen Geister vertrieben werden. Der Schutz sollte so weit reichen, wie der Rauch das Feld und die Räume überdeckte. Unsere Vorfahren wussten, dass das Verräuchern bestimmter Kräuter die Luft reinigen und gute Atmosphäre schaffen kann.

Beim Räuchern wird ein Räuchermittel in der Glut verräuchert. Was alles in die Glut kommt, ist von Region zu Region verschieden. Wer keinen Ofen mehr hat, kann den Baumschwamm von unseren heimischen Bäumen (Fichte oder Tanne) verwenden, der auch Zunderschwamm genannt wird. Wenn der Zunderschwamm trocken ist, glüht er sogar besser als die Räucherkohle.

Die bekanntesten Räucherpflanzen sind, Wacholder, Beifuß, Salbei, Thymian, Lorbeer, Rosmarin und alle Harze unserer heimischen Bäume (Fichte, Tanne, Kiefer, Latschen) und natürlich auch deren Nadeln.

Die vier wichtigen Rauhnächte galten mancherorts als derart gefährlich, dass sie mit Fasten und Gebet begangen wurden. Im Haus durfte keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen (welche die Reiter stehlen würden, um sie dann im Laufe des Jahres als Leichentuch für den Besitzer zu benützen). Es durften keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich in diesen die Wilde Jagd verfangen könnte. In einer anderen Version ist dies, besonders (jüngeren) Frauen, verboten. Die Rauhnächte sind eine Zeit, die seit der frühen Neuzeit für Geisteraustreibung oder -beschwörung, den Kontakt mit Tieren oder wahrsagerische Praktiken geeignet sein soll

Je nach Region unterscheidet sich die Anzahl der Rauhnächte zwischen drei und zwölf Nächten. Als die vier wichtigsten Rauhnächte im Ausseerland werden bezeichnet.

Beim Räuchern geht man mit der Räucherpfanne, meistens nimmt man ein Tannen- oder Fichtenästchen und Weihwasser. Es werden Gebete gesprochen und geht so im Haus von einem Raum zum anderen, macht mit der Räucherpfanne 3 Kreuze und dasselbe mit dem Tannenzweig der mit Weihwasser getränkt wurde. Der Raum, in dem man sich am meisten aufhält wird ganz zum Schluss geräuchert.

Raunächte im Ausseerland

21.12. auf 22.12. ist die Thomasnacht – Wintersonnenwende (längste Nacht des Jahres) früher wurde nicht nur zur Sommersonnenwende, sondern auch zur Wintersonnenwende und Oster ein Feuer gemacht

24.12. auf 25.12 Heiliger Abend Christnacht – Tiere im Stall sollen um Mitternacht, die menschliche Sprache sprechen und über die Zukunft erzählen – wer die Tiere allerdings sprechen höre, dem wird es Unglück bringen

31.12. auf 1. Jänner Silvester – Die Rauhnächte sind eine Zeit, die seit der frühen Neuzeit für Geisteraustreibung oder -beschwörung, den Kontakt mit Tieren oder wahrsagerische Praktiken geeignet sein soll auch das Befragen von Orakeln sehr geeignet – daher auch das Blei gießen.

5.1. auf 6.1. Erscheinung des Herrn – Zur Mitte der Zwölfnächte, nämlich zu Silvester, soll die wilde Jagd aufbrechen. In dieser Zeit stehe das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister haben Ausgang. Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der Wilden Jagd durch die Lande ziehen

Diese Vorstellung spiegelt sich in den Perchtenläufen, bei uns Berigln genannt, des Alpenraums wider. Eine andere Form der Perchten, aber regional davon getrennt und eigenständig sind die

Am 5. Jänner, ziehen die Kinder vormittags mit Glocken und weißen Leinensäcken ausgerüstet von Haus zu Haus um sich einen „Glöcklkrapf’n“ zu holen. Mit dem Spruch: „Bitt’gar schön um an Glöckllkrapf`’n!“ und lautem Läuten gehen sie von Haus zu Haus um dieses Traditionsgebäck zu bekommen. Mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott und ein gutes neues Jahr“ verabschieden sich die Kinder. Viele Glöcklkinder bedeuten viel Glück im neuen Jahr.
Der Abend und die letzte „Rauhnacht“ gehört den „Berigln“ ‑ den Perchten. Diese vermummten Gestalten ziehen durch das Dorf und kehren in bestimmten Häusern ein. Vor den Häusern versuchen Kinder und Jugendliche die „Berigln“ mit Glockenläuten herauszuholen, um dann, wenn diese herauskommen schnell davon zu laufen. Die „Berigln“ versuchen ihrerseits die Kinder zu erwischen und in den Schnee zu werfen. (Percht = bohrt = Bertha = die Glänzende).

In Stainach findet jedes Jahr am 5.Dezember der „traditionelle Glöcklerlauf“ statt.

Der erste Glöcklerlauf in Stainach fand im Jahre 1930 statt. Seit diesem Jahr, außer in den Kriegsjahren 1939 bis 1949 findet dieses alte Brauchtum jedes Jahr in Stainach am 5. Jänner statt. Die Glöckler sind unter den Perchten die „Schönperchten“ und haben die Aufgabe die Schiachperchten sowie die Bösen Geister zu vertreiben und die Wachstumskräfte für das nächste Jahr zu erwecken. Die Glöckler haben alle ein weißes Gewand an und haben Schellen oder Glocken umgehängt. Am Kopf tragen sie Lichterkappen die bei den Kindern mit Lampen und bei den Erwachsenen mit Kerzen zum erleuchten gebracht werden.

Der Stainacher Glöcklerlauf ist derzeit der größte Lauf im Ennstal, er besteht aus 12 15 Erwachsenenpassen und 4 Kinderpassen. Die Zahl der Läufer bewegt sich daher zwischen 180 – 200 Leuten, je nach Anzahl der Kinder.
Die jüngsten Kinder sind 4 Jahre alt, und die ältesten Läufer sind bereits über 70zig Jahre alt.
Die Läufer laufen mit ihren Lichterkappen auf dem Kopf Spiralenförmig über den Hauptplatz und begeistern somit die Zuseher immer wieder aufs Neue. Ein weiterer Höhepunkt des alljährlichen Glöcklerlaufs in Stainach ist der von Paula Grogger geschriebene Glöcklerspruch, der vom Sprecher vorgetragen wird.

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